• Christiane Kleyna

Aus meiner täglichen Praxis: Leistung versus Dienst nach Vorschrift

Aktualisiert: 25. Aug.

„Ich stehe unter Druck mit unserem Lieferanten und ausgerechnet meine Mitarbeiterin blockiert hier alles mit Ihrer Spitzfindigkeit!“


Mein Kunde ist neu in der Rolle als Geschäftsführer, ursprünglich einer aus dem Team. Die Firma an sich steht unter Druck wie derzeit viele andere Unternehmen: Überlastung, enge Personaldecke, lange Lieferzeiten, hohe Vorleistung.


„Ich muss mir Respekt verschaffen!“ war sein zweiter Satz zu Beginn unserer Zusammenarbeit. Das begleitende Business Mentoring war eine seiner Bedingungen bei der Entscheidung, die Geschäftsführung zu übernehmen, um emotional stabil zu bleiben. Die regelmäßige Reflektion von Situationen und Geschehnissen verleiht ihm Klarheit und Transparenz in seinem eigenen Tun und Handeln. Die Sicherheit in seinem Auftritt allen Geschäftspartnern gegenüber ist für ihn Gold wert.


Das Szenario mit seiner Buchhalterin hat ihn innerlich aufgewühlt. Ihre Argumentation „stur nach Vorschrift“ zu handeln und nullkommanull kompromissbereit zu sein, schier zum Überschäumen gebracht.

Das war dann auch das aktuelle Beispiel, um ihn generell zu unterstützen, solche Situationen bewusst zu betrachten und nicht abfällig zu bewerten.


Der 1. Schritt:

Nicht das Defizit der Mitarbeiter zu sehen, sondern Ihre Qualitäten!

Und siehe da, er hatte sofort 5 Stichpunkte parat, die wir auf dem Flipchart visualisieren konnten! Sie ist 100% zuverlässig, fachkundig, handelt zum Wohle unserer Firma auf Ihrem Gebiet…“für mich beruhigend, es braucht keine zusätzliche Aktion!“


Der 2. Schritt:

Zwischen den Zeilen lesen!

Was passierte im Moment des Konflikts?

Jetzt half die Darstellung der Punkte, die für die Parteien nicht sicht- und hörbar waren, denn

jeder hatte seinen inneren Antreiber – die Mitarbeiterin „sauber dastehen beim Finanzamt, akribisch Vorschriften abarbeiten“

Der Geschäftsführer – „Ihre Spitzfindigkeit lässt keinen Spielraum, gegeneinander diskutieren wühlt mich auf! Ich will die Leistungsfähigkeit des Subs erhalten!“

Die Erkenntnis meines Kunden war: „Beide für das Unternehmen, jeder aus seiner Disziplin!“


Der 3. Schritt:

Gespräch führen und wertschätzend abholen!

Ein wertschätzendes persönliches Gespräch mit der Mitarbeiterin führen. Die Mitarbeiterin mit Ihren Qualitäten für das Unternehmen abholen und auf zukünftige Sonder- der Ausnahmefälle einstimmen. „Ich schätze Sie, für Ihre zuverlässige und engagierte Arbeit, mit der sie unser Team in dieser stürmischen Zeit unterstützen…!“ „Ich wünsche mir für zukünftige Sonderfälle, dass wir gemeinsam eine Lösung finden, um die Leistungsfähigkeit unserer wichtigen Subs zu erhalten…!“


Wow, das war intensiv und augenöffnend: Wertschätzung im eigenen Team verankern, schafft automatisch Respekt und Achtung auf Augenhöhe.

Leistungsfähigkeit ohne inneren Ärger, sondern aus dem gegenseitigen Verständnis heraus, rechnet sich in barer Münze!


Fazit: Der Geschäftsführer ist super happy! Er geht ins mit seinem Team und schätzt den Einsatz und das Engagement des einzelnen Mitarbeitenden.


Das ist nur eines der vielen Beispiele aus meiner täglichen Arbeit.

Was ist gerade Ihre Herausforderung?


Sprechen Sie mit mir darüber in einem ersten unverbindlichen Kennenlerntermin!



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